Schafft doch auch die Autokennzeichen ab!

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Posted on 22nd November 2011 by Sylvia in kriminalität |Netzpolitik

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HackerDie aktuelle Siutation zur Vorratsdatenspeicherung erschwert die polizeiliche Ermittlungsarbeit. Punkt. Und damit meine ich hier ausschließlich die fehlende Zuordungsmöglichkeit der IP-Adressen. Durch die Nicht-Regelung seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes am 02.03.2010 ist es Glücksache, ob der Inhaber einer IP-Adresse zu einem bestimmten Zeitpunkt noch zu ermitteln ist. Der eine Provider speichert 7 Tage, der andere 30 Tage, viele prinzipiell überhaupt nicht. Dabei wird das Internet gerade im Bereich der Alltagskriminalität immer öfter zu einem tatrelevanten Mittel, da das Internet einen immer größeren Teil unseres Alltags einnimmt. Dabei ist oft genug die IP-Adresse der einzige Weg zum Täter. Einem Opfer einer Straftat zu erklären, dass man leider nichts mehr machen kann, weil die IP-Adresse nicht zugeordnet werden kann, ist eine sehr frustrierende Aufgabe.

Natürlich werden mir jetzt diverse Statistiken um die Ohren gehauen, das Kippen der VDS hat nichts an der Auklärungsquote geändert usw. Aber ein wirklicher Vergleich der Statisik ist in diesem Bereich einfach nicht möglich. Zu jung ist dieses Deliktsfeld. Keine Deliktsbereich ist in Umfang und Definition einer größeren Schwankung unterworfen. Auch die technischen und personellen Möglichkeiten haben sich in einem größeren Maß als in jedem anderen Deliksbereich verändert. Die präventive Arbeit ist erst am Beginn. Deshalb gilt hier ganz besonders, trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

Was ist denn eigentlich so schlimm an einer IP-Datenspeicherung – sagen wir für 60 Tage? Was kann man denn dadurch überhaupt besonders Schützenswertes erfahren? Wer bei einem bestimmten Anbieter zu welchem Zeitpunkt mit einer bestimmten IP-Adresse im Internet war. Man erfährt nicht, welche Seiten besucht oder welche Emails verschickt wurden. Ganz einfach wie bei einem Autokennzeichen bekomme ich einen Verantwortlichen mitgeteilt. Alles weitere ist wieder klassische Ermittlungsarbeit – aber ich habe wenigstens einen Anhaltspunkt.

Natürlich wird es immer clevere Täter geben, die ihre IP unter Ausnutzung von allen technischen Möglichkeiten verschleiern oder ganz einfach ein Internetcafe nutzen. Auch im Straßenverkehr kann man mit gefälschten Kennzeichen oder anderen Tricks einer Strafe entgehen – Schlupflöcher wird es immer geben. Aber deswegen die Kennzeichen abschaffen? Auf diese Idee würde doch niemand kommen?  Und vielleicht sollte man sich auch mal in Erinnerung rufen, warum vor mehr als 100 Jahren Kfz-Kennzeichen überhaupt eingeführt wurden? Hätte es damals Datenschützer gegeben, wäre dann auch ein Aufschrei durch die Autofahrerwelt gegangen?

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