Neue Töne, alte Parolen

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Posted on 18th November 2012 by Sylvia in Bruchköbel |StaVo

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Die Stadtverordnetensitzung am letzten Dienstag war recht kurz. Es gab unübliche Allianzen und ein fast harmonisches Ende. Doch der Reihe nach. Der Bürgermeister begann in seinen Mitteilungen mit einem Bericht der Entwicklung der Bevölkerungszahlen. Bruchköbel hat einen Verlust von 0,28 Prozent der Einwohner im letzten halben Jahr zu verzeichnen. Eine passende Ouvertüre für den ersten Antrag zur Entwicklung des Baugebietes Peller II und III der größer gewordenen BBB- Fraktion, die mit unserer Fraktion aus Platzgründen für diese Sitzung die Seiten wechseln musste. Aber ein Perspektivwechsel schadet ja nie, oder?

Ich muss zugeben, als Peller I am Ortsausgang Richtung Erlensee entstand, fand ich das zuerst nicht besonders toll. Hasenkästen, Legohäuschen – diese Bezeichnungen  fallen auch heute gerne im Zusammenhang mit diesem Gebiet. Aber – der Peller ist gut ausgelastet, die Leute fühlen sich wohl dort und wie man hört, kann man die Häuschen zu einem guten Preis weiter verkaufen. Also ist ein Markt da. Und wenn es Bruchköbel an etwas mangelt, dann sind es diese sogenannten Einsteigerimmobilien. Häuser und Grundstücke, die sich eine junge Familie leisten kann. Nicht für immer, aber doch für eine gewissen Zeit. Ein Umzug in eine andere Kommune ist danach allerdings nicht wahrscheinlich. Die Kinder sind in Schule und Vereinen integriert, Die Eltern meistens gleich mit, ein Umzug in eine andere Stadt ist nicht erstrebenswert.  Deshalb ist dieser Markt ein wichtiger Baustein zum Wachstum der Bevölkerung, der einher geht mit positiven Effekten für Gewerbe, Gastronomie und Steuereinnahmen. Unsere Nachbarkommunen Maintal und Langenselbold manchen es vor, gegen den Trend sind dies die Kommunen im MKK mit wachsender Bevölkerung (Bericht zur demographischen Entwicklung im MKK). Baulückengrundstücke und kleinere Neubaugebiete brauchen wir natürlich auch, sind keine Alternative für diesen speziellen Markt.

Das hat man in den gutsituierten Kreisen von Bündnis 90/Die Grünen wohl noch nicht so mit bekommen. Verrückte Welt, wenn dies offensichtlich die FDP als angebliche Partei der Besserverdiener (ein Vorurteil, dass ich nicht bestätigen kann) mitbekommen hat. Man verharrt von grüner Seite in dem typischen Besserwissertum, dass die eigene Sicht der Dinge als die einzig Wahre und Richtige ohne Darstellung von Fakten und Zahlen hinstellt. Alternative Sichtweisen sind in der ehemals alternativen Partei wohl nicht zulässig. Aber noch ist nicht aller Tage Abend, es gibt durchaus Hoffung für die Fraktion der Grünen, wie ich in der vorletzten Sitzung feststellen konnte. Die Frage wird nur sein, wer sich letztendlich durchsetzen wird. Behauptungen ohne Fakten in den Raum zu stellen darf meines Erachtens keine Zukunft haben. Lustig fand ich, dass im Bezug auf den Peller die gleichen Investoren und Makler verteufelt werden, die man auf Seite der Grünen bei der sogenannten „Neuen Mitte“ noch ganz toll fand.

Doch auch ohne grüne Besserwisserei und Blockadehaltung der SPD aus Prinzip (schön, dass es die ganzen SPD- Bürgermeister in der Nachbarschaft gerade anders machen) wird es nun weiter gehen mit der Entwicklung des Pellers. Für mich ist es der richtige Weg um Familien hier zu halten und neue Familien für Bruchköbel zu begeistern.

Die Thematik Bushaltestelle am Freien Platz wird in den Ausschuss verwiesen. Die Grünen stellen noch einen Änderungsantrag mit dem Ziel, die Bushaltestelle in die Neue Mitte zu verlegen. Sehr interessant, da die Neue Mitte in dieser Form längst Geschichte ist.

Dann kommt unser Antrag. Eine Herzensangelegenheit für mich. Etwas, wofür ich mit vielen Eltern seit der Einführung der sogenannten 30-Stunden-Regelung  kämpfe: Für deren Abschaffung. Eine dermaßen antiquierte Regelung gibt es in keiner anderen Kommune: 30 Stunden wöchentliche Erwerbstätigkeit des alleinerziehenden Elternteils/beider Elternteile aus Aufnahmekriterium für U3 und Hort.  Er erzeugt ein Bild von Familienfeindlichkeit, in der Eltern als lästige Bittsteller wahrgenommen werden. Aber, als familienfreundliche Kommune dürfen wir dürfen den Eltern nicht vorschreiben in welcher Form sie Beruf und Familie vereinbaren. Es gibt unzählige Modelle und wir sollten allen die Möglichkeit auf einen Betreuungsplatz geben. Wir müssen flexibler und offener werden. Die Grünen wollen zunächst gerne verweisen, wobei ich hier allerdings keinen Beratungsbedarf sehe. Entweder man möchte so eine Regelung oder man möchte sie nicht. Sollte sich durch die Abschaffung ein größerer Bedarf ergeben, werden wir an einer Lösung arbeiten, wenn wir die Zahlen haben. Ideen habe ich genug.  Die Verweisung wurde abgelehnt. Die CDU bestätigte anschließend meine schlimmsten Bedenken, denn Katja Lauterbach führte aus, dass es heute nach Information der pädagogischen Fachkraft schon Eltern gibt, die einen Platz trotz dieser Regelung bekommen haben. Ein Schlag ins Gesicht der Eltern, die sich an die Aufnahmekriterien gehalten haben, ihre Stundenzahl deswegen erhöht oder Jobangebote abgelehnt haben. Aber das ist nun Geschichte, man kann sich auf breiter Basis meiner Argumentation anschließen und beschließt die Abschaffung dieser Regelung einstimmig. Ein guter Tag für die Eltern in Bruchköbel. (more…)

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Berufstätige Mutter sucht…

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Posted on 5th Dezember 2011 by Sylvia in Bruchköbel |StaVo

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Uhrwerk_qDie letzte Woche war mal für mich, eine berufstätige Fußballermutter mit diversen Ehrenämtern, mal wieder ernüchternd zum Thema Kinderbetreuung in unserer schönen Stadt Bruchköbel und überhaupt.

Zunächst wurde am Dienstag im Haupt-und Finanzausschuss mein Kita-Platzsharing-Antrag sang und klanglos beerdigt, weil wir angeblich gar kein Hortplatzproblem haben. Und dann hat am Donnerstag der neue Schuldezernent des Main-Kinzig-Kreises, Matthias Zach, dem Traum des Elternbeirates und der Schulleitung der Brückenschule von einer Ganztagsschule an einem Standort eine Absage erteilt.

Aber zunächst zum Ausschuss: Durch die ungewöhnliche Terminierung um 18.30 Uhr hatte ich mangels Kinderbetreuung nicht mal die Möglichkeit, pünktlich zum Ausschuss zu erscheinen. Als ich gegen 19:05 den Stadtverordnetensaal betreten habe, konnte ich nur noch die Abstimmung über meinen Antrag miterleben, die Diskussion zum TOP 5 (!) war vorbei. Und das obwohl im Vorfeld eine Anhörung von Vertretern des GEBs wegen Zeitmangel abgelehnt worden war.

So bleibt mir nur ein Protokoll mit dem vom Bürgermeister verlesenen Bericht zur Hortplatzthematik, über dass ich nachhaltig verärgert bin und zu dem ich viel zu sagen gehabt hätte. Meine Idee war in Kitas in denen die Hortplätze knapp sind, ein Platzsharing anzubieten (siehe Bericht zur StaVo). Das die Knappheit an Plätzen vor allem ein Problem für Kinder der Brückenschule (Roßdorf, Niederissgheim, Brk-Nord) ist, war mir schon klar. Denn hier gibt es einige Mütter, die keinen Platz bekommen haben oder um einen Platz für das nächste Schuljahr bangen. Aktuell sieben freie Plätze in der Kernstadt nutzen da nun mal leider wenig – oder würde die Stadt ein Shuttle-Service einrichten?? Über die Prognosen für die nächsten Jahre lässt sich im Bericht des Bürgermeisters übrigens nichts finden – ist ja auch nicht wichtig, oder? (more…)

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