Eine Resolution ohne Lösungsansatz

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Posted on 25th September 2011 by Sylvia in Bruchköbel |StaVo

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papierstapelAm vergangenen Dienstag war mal wieder Stadtverordnetenversammlung. Gleich zu Beginn wurde eine gemeinsame Resolution zum Thema Toleranz und Rechtsstaatlichkeit vom Grünen Harald Wenzel verlesen. Diese Resolution sollte von allen Fraktionen mitgetragen werden und wurde im Vorfeld schon mit mehr oder weniger Engagement diskutiert. Hauptkritikpunkt an einer solchen Resulution ist sicherlich, dass man einer kleinen Gruppe eine unnötig große Plattform zubilligt. Allerdings hat man im Text versucht, diesen politisch möglichst neutral zu halten. D.h. es geht nicht explizit um die rechte Szene, sondern um politisch motivierte Kriminalität insgesamt. Leider wurde das von den Printmedien anders interpretiert – aber das war ja nach Herrn Wenzels Begründung auch vorherzusehen und weitere Redebeiträge zum Thema waren leider nicht erwünscht, um diesem nicht mehr Raum als nötig zu geben. Nun gut.

Meine ganz persönliche Kritik an dieser Sache ist jedoch, dass mir hier die Lösungsansätze fehlen. Immer nur einen Zustand zu beklagen, wird nichts an der Situation ändern. Das bringt mich wieder zum Thema kommunaler Präventionsrat, ein Gremium, das Bruchköbel wirklich zu fehlen scheint. Bei meinen Recherchen in der Tiefen der digitalen politischen Vergangenheit Bruchköbels stieß ich auf einen Bericht des BK (Titel: “Präventionsrat soll kommen”) und einen Antrag der SPD Fraktion von 2008, der – man höre und staune – damals einstimmig angenommen wurde. Leider war es das dann auch. Selbst eine Nachfrage bei der jetzigen Fraktionsvorsitzenden der SPD und dem Hauptamtsleiter ergaben keine Erkenntnisse, warum dieser Beschluß bisher nicht umgesetzt wurde. Schade, schade – denn in der aktuellen Situation wäre der Präventionsrat gefordert gewesen, bzw. vielleicht wäre es durch die Arbeit des Rates in den letzten Jahren erst gar nicht zu solchen Vorfällen gekommen. (more…)

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Tatort Internet

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Posted on 19th Oktober 2010 by Sylvia in kriminalität

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Bei RTL II wurde bisher bereits dreimal eine Sendung mit dem Namen “Tatort Internet” ausgestrahlt. Eine erwachsene Frau versucht in der Rolle einer Minderjährigen über das Internet Kontakt mit Pädophilien herzustellen, die daraufhin – natürlich verpixelt – vor einer Kamera zur Rede gestellt werden.

Nachdem ich die erste Sendung verpasst hatte und nur die Kritiken am nächsten Tage lesen konnte (z.B. Heise/FAZ) wollte ich mir bei der zweiten Sendung ein eigenes Bild machen.

Wirklich lang konnte ich das allerdings nicht ertragen, denn mit “Tatort Internet” oder dem Schutz von Kindern vor Pädophilien hat das herzlich wenig zu tun. Als erstes fehlt mir in dieser Sendung der deutlicher Hinweis, das bei einem großen Teil aller Kindesmissbrauchsfälle in Deutschland die Täter aus dem Bereich Familie/Bekanntenkreis kommen – macht jemand deswegen eine Sendung “Tatort Familie” ?? Das böse Internet ist also mal wieder schuld. Natürlich ist dieses sogenannte Cyber-Grooming ein großes Problem. Aber sollten man nicht gerade in diesem Bereich auch mal bei den Eltern ansetzten? Genauso wie wir seit Jahrzehnten unseren Kindern beibringen, sich nicht von Fremden in ein Auto locken zu lassen, so müssen hier auch die Eltern aktiv werden und ihren Kindern vermitteln, dass man gerade und auch im Netz die gleiche Vorsicht Fremden gegenüber an den  an den Tag legen sollte, wie im realen Leben auch.

Kindesmissbrauch ist ein furchtbares Thema. Als Mutter habe ich ehrlich gesagt auch wenig Mitleid mit dem enttarnten und nun vermissten Heimleiter aus Würzburg. Wer auf Kinder in einer solchen Art und Weise zugehen kann, in dessen Obhut darf man keine Kinder lassen. Aber – schon bei der Ausstrahlung der zweiten Folge war mein erster Gedanke wie schlimm es ist, dass RTL II dies nicht sofort nach Kenntnisnahme gemeldet hat. Wenn ein solcher Verdacht besteht, sollte der gemeldet werden. Und das hat nichts mit Vorverurteilung zu tun, sondern dient allein dem Schutz von Kindern. Aber da wird deutlich, um den Schutz von Kindern geht es RTL II nicht, sondern nur um Quote.

Der tatsächliche Tatort Internet ist ein viel weiteres Feld. Richtig müsste es ohnehin besser  Tatmittel Internet heißen. Da gibt es viel Betrügereien, Beleidigungen, Staatsschutzdelikte usw. und eben auch die Kinderpornographie. Für einige Delikte wäre sicher eine Speicherung von IP-Daten über einen größeren Zeitraum sinnvoll, wobei auch hier gilt, die Täter sind schlau und haben alle Möglichkeiten ihre Spuren zu verwischen. Um uns und unsere Familien zu schützen, müssen wir alle lernen mit den Möglichkeiten und Gefahren des Internets umzugehen, ohne dabei die großartigen Chancen dieses Mediums aus den Augen zu verlieren. Eine Sendung wie “Tatort Internet” steuert dazu leider nichts bei, sondern schürt nur Panik und befriedigt die Sensationslust zum Wohle der Quote. Ich werde ganz sicher nicht mehr einschalten!

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