Frauenquote – nein danke!

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Posted on 29th Januar 2011 by Sylvia in Allgemein

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Unsere Bundesfamilienministerin hat (mal wieder) einen Vorstoß in Richtung Frauenquote gemacht. Na prima! Was soll das bringen? Mir ist das nicht klar. Sollte es nicht einfach nur nach Leistung und Fähigkeiten gehen?

Ich habe langjährige Erfahrungen mit spezieller Frauenförderung, bin ich doch als Beamtin in einer Berufsgruppe, die bis Anfang der 80er Jahre Männern vorbehalten war. Auch als ich anfing bei der hessischen Polizei, Ende der 80er, war ich noch ein Exot und als Frau in Uniform nicht wirklich überall bei den Kollegen willkommen. Die Situation der Frauen hat sich hier in den letzten 20 Jahren nach und nach geändert. Nun sitzt für mich gefühlt in fast jedem Streifenwagen eine Frau. Der Bürger zuckt schon lange nicht mehr, wenn ein “Fräulein Wachtmeister” (so wurde ich tatsächlich mal angeredet) nach Führerschein und Fahrzeugschein verlangt. Und auch in den höheren Führungspositionen gibt es nun zahlreiche Frauen. Warum also noch spezielle Frauenförderung?

Ich habe gerade diese Woche von meinem Chef Stellenausschreibungen vorgelegt bekommen, die ich lesen sollte, mir überlegen, ob es was für mich ist und -falls nicht- am besten schriftlich begründen soll, warum ich mich nicht bewerbe. Meine männlichen Kollegen bekommen das nicht so präsentiert. Die müssen sich selbst schlau machen, offensichtlich wird angenommen, dass man als gemeine Frau dafür nicht schlau genug ist? Oder was soll das Ganze? Ist das Gleichberechtigung? Ich meine ganz klar: Nein!

Ich will nicht gefördert werden, weil ich zufällig eine Frau bin. Ich will – wenn – wegen meiner Leistung gefördert werden. Ich weiß selbst, gesellschaftwelche Stellen für mich interessant sind und werde das natürlich im Auge behalten. Und ich will mir nicht anhören müssen, ich hätte eine Stelle, eine Beförderung usw. nur bekommen, nur weil ich eine Frau bin. Deswegen will ich keine Frauenförderung und keine Frauenquote. Mehr Frauen in guten Jobs geht nur mit einer verbesserten Vereinbarkeit von Familie und Beruf, denn das bleibt dann doch meistens, aber sicher nicht mehr ausschließlich an den Frauen hängen. Und diese Vereinbarkeit heißt für mich nicht, die Kinder möglichst lange fremd betreuen zu lassen, denn dafür hat man ja die Kinder eigentlich nicht in die Welt gesetzt. Es sind neue Arbeits(zeit)modelle gefragt. Aber da bin ich gespannt, wie Frau Schröder das ab Sommer für sich persönlich lösen wird, vielleicht tut sich dann endlich mal etwas in die richtige Richtung. Denn eine Quote führt eindeutig auf einen falschen Pfad.

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