Stellungnahme zum Bebauungsplan-Vorentwurf „Biogasanlage Roßdorf“

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Posted on 3rd Juni 2009 by Sylvia in Bruchköbel

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von Daniela Wißner

Bedenken wegen erheblicher Beeinträchtigungen durch die Standortwahl

Wir haben grundsätzliche Bedenken gegen den Planentwurf sowie Bedenken im Detail:

1. Fehlende Standortsuche (Variantenuntersuchung)

Statt der im FNP-Verfahren durchzuführenden Standortsuche wird hier auf den noch nicht rechtskräftigen Regionalplan gesetzt. M. E. führt dies zu Konflikten mit dem BauGB (Erfassungs- und Abwägungspflicht) und der Eingriffsregelung gemäß BNatSchG bzw. LG (Vermeidungs- und Minimierungsgebot). Die Standortwahl erfolgte ohne weitere Untersuchung von Standortvarianten. Somit scheint die Stadt bereit zu sein, auf Kosten einer breiten Palette öffentlicher Belange und Anforderungen einer von der privaten Antragstellerin getroffenen Standortwahl zu folgen. Dabei vernachlässigt die Stadt ihre Schutzaufgaben zu Gunsten des Allgemeinwohls aus den Bereichen Naherholung, Landschaftsbild, Verkehrs-gefährdung und –belästigung sowie Naturschutz, deren Beeinträchtigung den eher privatwirtschaftlichen Nutzen der geplanten Anlage deutlich überwiegt – zumindest an diesem Standort.

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Geplante Biogasanlage in Roßdorf

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Posted on 24th Mai 2009 by Sylvia in Bruchköbel

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Im Feld von Roßdorf soll eine Biogasanlage gebaut werden. Die Bebauungsplan ist online verfügbar. Proteste sind auch per Online-Formular möglich.

Grundsätzlich bin ich nicht gegen Biogasanlagen, auch vor meiner eigenen Haustür nicht. Aber ein Standort muss (und das nicht nur bei dieser Anlage) gut geplant und durchdacht sein. Insbesondere was die Verkehrssituation angeht.  Bei 10 Prozent Anlieferung aus der unmittelbaren Umgebung bleiben noch 90 Prozent Ablieferungsverkehr aus alles Himmelsrichtungen übrig. Außerdem muss man sich die vorhandenen Wege und Brücken ansehen – und das nicht nur auf einem Plan.

Es gibt ein Verkehrskonzept, was jedoch lediglich eine Wunschvorstellung des Betreibers ist und nicht der Realität entspricht. In einer Vor-Ort-besichtigung mit Zollstock und Fotoapparat fällt mir folgendes auf:

Die Hauptzufahrtswege zur geplanten Anlage sind Teil der im Frühjahr 2009 ausgewiesenen Radwanderwegs “Bahnradweg Hessen” . Das wird vermutlich nicht im Sinne eines solchen Radwanderweges sein, dort jede Menge Verkehr ausgesetzt zu sein.

Witzig auch, dass eine der Zubringerbrücken tatsächlich nur 3,50 Meter breit ist. Laut Plan soll diese zwar wohl 4,50 Meter breit sein, wegen eines Fehlers beim Bauen, wurde die Brücke aber schmaler. In Roßdorf ist das natürlich bekannt. Vom Planungsbürso war hier wohl niemand vor Ort….denn das ist mit bloßem Auge zu erkennen.

Auch das gesamte Wegenetz rund um den geplanten Standort ist zum überwiegenden Teil nur 3 Meter breit – viel zu schmal für die “Monster”-Traktoren und von Gegenverkehr (oder Radfahrern auf dem ausgwewiesenen Radwanderweg) wollen wir mal gar nicht erst reden.

Und wie kommt man auf die Feldwege, da eine mögliche Brücke zu schmal ist (Traglast ungeklärt) und die Zufahrt zu dieser Brücke auch ausgebaut werden müsste, bleibt nur die Brücke von der Oberdorfstraße . Und ob die Engestelle in der Oberdorfstraße breit genug ist für die großen Traktoren? Die Anwohner in der Oberdorfstraße werden sich bedanken. Und nicht nur die, denn der Verkehr wird von allen Richtungen nach Roßdorf fließen und so alle Anwohner rund um die Hauptzufahrtsstraßen beeinträchtigen.

Die oft zitierte vergleichbare Anlage in Darmstadt-Wixhausen ist verkehrstechnisch ganz anders erschlossen: Gegenüber eines gut erschlossenen Industriegebietes an einer Kreisstraße gelegen – jeder kann sich das bei Google Maps ansehen, ohne nach Wixhausen fahren zu müssen.

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