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Info Veranstaltung von Ver.di zu den Kita Streiks in Bruchköbel « Sylvia Braun

Info Veranstaltung von Ver.di zu den Kita Streiks in Bruchköbel

9 comments

Posted on 29th Juni 2009 by Sylvia in Bruchköbel

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Verdi hatte Erzieherinnen und Eltern zu einer Informationsveranstaltung zu den Kita-Streiks eingeladen. Einige Erzieherinnen und wenige Eltern fanden sich in der Mehrzweckhalle Niederissigheim ein. Ich konnte leider nicht bis zum Schluß bleiben, da ich als offensichtlich einzige meine Kinder mitbringen mußte, aber einen kurzen Eindruck von dieser Veranstaltung kann ich wiedergeben.

Ich bin nun keinen Deut schlauer, außer dass ich nun definitiv gehört habe, dass demnächst wochenweise gestreikt werden soll. Persönlich finde ich das besser, da ich das meinen Kindern besser erklären kann, als dieses ständige Kita auf, Kita zu, Kita auf, Kita nur für bestimmte Personen auf, Kita zu. Und es wird sicher einfacher sein, seinem Kind zur erklären, wenn er nun eine Woche in eine andere Kita muß, als dies tageweise zu organisieren.

Ansonsten fand ich es erschreckend, wie (wenige) kritische Eltern ausgebuht wurden. Natürlich verstehen wir, dass die Erzieherinnen mehr Anerkennung (ausgedrückt in Geld) haben wollen und bessere Arbeitsbedinungen bekommen wollen – wer möchte das nicht? Aber das auf eine moralische Schiene zu heben halte ich doch für fragwürdig. Denn dann wird es emotional und das sollte es nicht werden. Wenn manche (viele?) Eltern den Streik nicht unterstützen, sind wir doch nicht gegen die Erzieherinnen! Es gibt nun mal, wie bei jedem anderen Thema unterschiedliche Meinungen und Sichtweisen. Keiner der anwesenden Eltern wird die Arbeit der Erzieherinnen gering schätzen, aber es darf da auch jeder seine eigenen Meinung haben, wie man an ein Ziel gelangen kann.

Meine geäußerte „Kritik“ bezog sich einzig und allein auf Ver.di, die die Erzieherinnen instumentalisieren, im Bundestagswahlkampf auf die Notwendigkeit der Gewerkschaften aufmerksam zu machen und ein paar mehr Mitglieder zu bekommen. Da das aber auf dem Rücken unserer Kinder und der alleinerziehenden und der beruftätigen Mütter geschieht hat für mich so gar nichts mit sozialer Gerechtigkeit zu tun, sondern ist das Belasten der Schwächsten unserer Gesellschaft.

Auf viele meiner Frage habe ich heute keine Antwort bekommen, z.B. warum soll die Taktik der kommunalen Arbeitgeberverbände so aussehen, dass man abwartet, bis sich die Eltern gegen die Erzieherinnen werden? Welche „Macht“ haben denn wir Eltern in dieser Situation? Keine. Das ist doch wieder nur so ein Spruch, um uns ein schlechtes Gewissen zu machen. Und das finde ich einfach nicht in Ordnung. Und warum gab es nicht vor den Streik andere Aktionen zusammen mit den Eltern, um die Qualität in den Kitas durch bessere Arbeistbedingungen zu steigern? Auch hier: keine Antwort. Die Mindestverordnung für Kitas in Hessen (mehr Personal, kleiner Gruppen), offensichtlich auch kein beliebtes Thema. Ist klar, denn wenn es schon gestetzliche Bestimmung für die eigentlich geforderten Tarifvertragsänderungen gibt, lassen wir das mal lieber aus.

Mir  fehlte und fehlt noch die Transparenz in dem ganzen Tarifkonflikt. Nur Flugblätter mit den immer gleichen Phrasen (beliebig auf viele andere Berufe anwendbar) helfen mir da nicht weiter. Da fehlen die harten Fakte.  Ich möchte auch eine Kita mit kleinen Gruppen und einem guten Bereuungsschlüssel mit Erzieherinnen, die mit ihrem Beruf zufrieden sind. Ich wünsche mir für meine Kinder den bestmöglichen Start in das Bildungsleben. Mit dem von Ver.di organisierten Streik wird das aber nicht erreicht werden. Die Erzieherinnen werden mehr Geld in der Tasche habe, für kurze Zeit vieleicht zufriedener sein, für eine bessere personelle Austattung wird kein Geld mehr da sein.

Ich habe schon so viele interessante und konstruktive Gespräche mit den Erzieherinnen geführt, heute abend war das leider nicht möglich. Vielleicht anschließend? Ich hoffe sehr, dass die Erzieherinnen auf das so oft von uns eingeforderte Verständnis auch mal für uns aufbringen würde. Und das gerade wegen  denen, um die sich alles drehen sollte: unsere Kinder.

Alles in allem hoffe ich, dass wir in der Kita (auf solchen Veranstaltungen ist das offensichtlich nicht möglich) weiter einen sachlichen Dialog mit Verständnis für BEIDE Seiten führen können. Ich bin dazu jederzeit bereit.

Ver.di hat eine weitere Info-Veranstaltung angekündigt. Um für mehr Elternbeteiligung zu sorgen, wäre eine andere Uhrzeit und vielleicht ein Angebot einer Kinderbetreuung angebracht?

Und noch eine Frage an die lieben Eltern: Seid ihr denn bereit, mehr Kindergartengebühren zu zahlen, um das alles zu finanzieren? Ich würde mal wetten, dass die meisten das verneinen würden.

Und wo sind denn die Erzieherinnen in der Kommunalpolitik? Warum macht sich hier keiner stark, wenn das doch ein so wichtiges Thema ist. Hier werden doch die Weichen gestellt.

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9 Comments
  1. Katja Lauterbach says:

    Ich gebe Sylvia absolut Recht. Die Art und Weise wie das im Moment läuft, ist absolut nicht Ordnung. Wir haben die Konsequenzen gezogen und sind bei Verdi ausgetreten. Gewerkschaften sind gut und wichtig, das ist keine Frage, aber so geht das nicht. Mir drängt sich leider auch etwas der Verdacht auf, dass sich hier auch schon ein bißchen für den bevorstehenden Bundestagswahlkampf positioniert wird. Im übrigen habe ich die Einladung für den gestrigen Abend erst gestern Morgen in der Kita gesehen. Das war reichlich spät und die Uhrzeit mit 18.30 Uhr ist mehr als unglücklich.

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    29th Juni 2009 at 06:35

  2. Peter Ließmann says:

    So gut der Artikel von Frau Braun ist, so sehr zeigt sich auch in diesem Fall, dass es immer besser ist, eine Nacht zu schlafen, bevor man etwas kommentiert.

    Die Kritik an Verdi verstehe ich nicht? Was will Verdi bei der Bundestagswahl erreichen. Tritt sie an? Das ist doch total an mir vorbei gegangen. Wenn Verdi aber den Wahlkampf nutzen kann, schneller und bessere Tarifverträge auszuhandeln, weiß ich nicht, was daran schlecht sein soll. Wenn dabei mehr Mitglieder für die Gewerkschaften herausspringen, ist das o.k. Aufgrund der vielen Gesetzesänderungen, vor allem von schwarz/gelber Wirtschaftspolitik unter Helmut Kohl, ist es immer unattraktiver geworden, sich Gewerkschaftlich zu organisieren. Dieser Arbeitskampf zeigt aber, wie wichtig es gerade für die sogenannten „kleinen Leute“ ist, sich zu organisieren.

    Frau Braun fordert darüber hinaus das Verständnis der Erzieherinnen für die Eltern, die diese aber doch jeden Tag leben. Kann sich hier irgend jemand beklagen, dass die Erzieherinnen nicht auf Wünsche und Einzelfälle eingehen und jederzeit versuchen familiäre Notsituationen aufzufangen? Sind sie nicht immer Gesprächsbereit?

    Auch bei den Arbeitskämpfen spricht das schlechte Gewissen der Erzieherinnen, was sich daran zeigt, wie sie sich bei den Notdiensten engagieren. Auch während der Arbeitskämpfe stehen sie den Eltern für Gespräche zur Verfügung. Welches Verständnis fehlt also?

    Warum darf man jetzt nicht auch einmal Verständnis andersherum erbitten? Warum wird bei den Arbeitskämpfen mit den Fingern auf die Erzieherinnen gezeigt, statt auf den Arbeitgeberverband, der nicht bereit zu sein scheint, die Arbeitsbedingungen mittels Tarifvertrag einheitlich zu regeln, damit man nicht auf den Goodwill einzelner Bürgermeister angewiesen ist?

    Erzieherinnen neigen dazu, ein schlechtes Gewissen zu bekommen und den Arbeitskampf zu beenden, weil es tatsächlich auf dem Rücken der Kinder und Eltern ausgetragen wird. Genau das wäre aber der Ansatz der Unterstützung der Eltern. Wer sagt, dass die Eltern deshalb finanzielle Nachteile erleiden müssen? Klar, organisatorisch ist es ein Problem, die Kiddies anderweitig unterzubringen, aber die Gebühren für die ausgefallenen Tage sollte man von der Gemeinde zurückfordern. Auch das würde den Arbeitskampf unterstützen.

    Wer jetzt sagt, die Erzieherinnen wollen nur mehr Geld, und das würde auf dem Rücken der Eltern ausgetragen, der hat es immer noch nicht verstanden, oder will nicht verstehen, dass es um mehr geht.

    Das Argument, das gestern ebenfalls vorgebracht wurde, die Erzieherinnen haben sich ihren Job doch selbst ausgesucht, insofern seien die Forderungen ungerechtfertigt (= eigene Interpretation, so kam es bei mir an) ist in diesem Zusammenhang grotesk und unter der Gürtellinie.
    Für meinen Job gibt es Vorschriften, wie ein gesunder Arbeitsplatz auszusehen hat, die es noch nicht gab, als ich zu arbeiten begonnen hatte. So gibt es für fast alle Berufe immer wieder Veränderungen und auch Verbesserungen.
    Polizisten z.B. tragen schusssichere Westen. Niemand käme auf die Idee, zu hinterfragen, ob diese notwendig seien, aber auch dies ist eine relativ neue gesundheitsfördernde Maßnahme, die es vor x-Jahren noch nicht gab, obwohl es auch schon damals Polizisten gab.
    Zugegeben, der Beruf der Erzieherin ist nicht lebensgefährlich, hat aber auch ihre gesundheitlichen Risiken. Warum sollten diese nicht auch beseitigt werden? Warum gibt es keine Vorschrift, keinen Tarifvertrag, wonach z.B. in jeder Kita geeignete Sitzmöglichkeiten für Erwachsene vorhanden sein müssen? Wir könnten auch über Lärmschutz reden, aber hier ist die Liebe der Erzieherinnen zu den Kiddies/ zum Job größer als die Forderung einer Vorsorge. Tatsache ist aber, dass in anderen Berufen, bei der Phonzahl, die Kinder zustande bringen, ein Gehörschutz Pflicht ist!

    Andersherum: Soll die Erzieherin ihren geliebten Job aufgeben, sich nicht mehr um die Kiddies kümmern dürfen, nur weil die Arbeitsbedingungen schlecht sind? Warum darf sie sich mit dem Argument, „sie wusste es doch vorher“ nicht für eine Verbesserung einsetzen?
    Hat eine Mutter schon einmal einen Tag lang versucht, sich nur auf Kinderstühle zu setzen?

    Ich weiß nicht wie man drauf sein muss, wenn man argumentiert, dass man es hinnehmen muss, man habe es sich ja den Job selbst ausgesucht! Keine Mutter würde in ihrem Job ähnlich Zustände so lange ertragen. Es ist daher richtig, dass die Erzieherinnen kämpfen und es ist auch im Sinne der Eltern und Kinder, die weniger Krankheitszeiten ihrer Erzieherinnen erleiden müssen.

    Wenn darüber hinaus ein paar Euro mehr herausspringen, ist das mehr als in Ordnung. Das Geld hat aber nichts mit der Anerkennung zu tun, die sich die Erzieherinnen von der Gesellschaft wünschen. An dem Beruf sind die Anforderungen immer mehr gestiegen und die Erwartungshaltung ist enorm. Dabei hinken aber die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung doch sehr weit zurück. Wenn sich Mütter einmal einen Tag lang anschauen, was in einem Kindergarten gemacht wird, wissen sie, dass mit der Anerkennung auch durchaus einmal ein „Danke“ gemeint sein kann. Die Leistung wird als zu selbstverständlich hingenommen und niemand fragt, wie sie zustande kommt. Dies nur mit „die wollen nur mehr Geld“ abzutun ist einfach ungerecht!

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    29th Juni 2009 at 11:15

  3. Peter Ließmann says:

    Nur kurz zur Klärung: Ich bin kein Gewerkschaftsmitglied, weder bei Verdi noch sonstwo und soweit sind wir noch nicht, dass eine SPD-Unterorganisation aufs Land fährt, um dort Wahlkampf zu betreiben.

    Es ist durchaus möglich, dass ich aus sehr privaten Gründen Veranstaltungen besuche. Es ist schade, dass Meinungen aus eigennützigen Motiven mit billigen Schlagworten abgetan werden. Ich habe weder gestern noch im Kommentar zu erkennen gegeben, dass ich Sozialdemokrat bin und habe auch keine Wahlwerbung betrieben. Ich finde es darüber hinaus auch nicht lustig, dass solche persönlichen Daten auf diese Weise verbreitert werden, auch wenn man sie im Internet recherchieren kann!

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    29th Juni 2009 at 13:15

  4. Katja Lauterbach says:

    Hallo Herr Ließmann,

    wie sie selber gesagt haben, kann man solche Daten heutzutagen im Internet sehr schnell herausfinden und wenn ich mich in so eine Plattform begebe, muss ich damit rechnen. Nur zur Sicherheit: Ich bin CDU Stadtverordnete in Bruchköbel, habe für die Gewerkschaft in Hanau gearbeitet (DGB Rechtsschutz GmbH) und bin noch Mitglied in der Gewerkschaft und sehe hierin auch keinen Widerspruch. Ihre sehr langen Ausführungen lasse ich jetzt mal unkommentiert im Raum stehen. Ich habe mittlerweile mein drittes Kind im Kindergarten. Dies nur zur Erklärung, bevor mir vielleicht unterstellt wird, dass ich mich zu einem Thema äußere von dem ich vielleicht keine Ahnung habe.
    Anmerken möchte ich nur, dass sie ja wohl nicht ernsthaft behaupten wollen, dass die Gewerkschaften nicht versuchen, Einfluss auf die Wahlen und die Bürger zu nehmen. Das ist bei jeder Bundestagswahl an die ich mich erinnern kann, so gewesen und häufig gab es auch schon die Vermischung, dass Gewerkschafter in die aktive Politik wechselten odern aktive Politiker in die Gewerkschaft. Das soll jetzt auch nicht negativ sein, aber es ist doch nun mal Fakt und dann finde ich es fast schon ein bißchen albern, dass sie ernsthaft die Frage an Frau Braun richten, seit wann Verdi zur Bundestagswahl antritt? Wir wissen natürlich auch, dass Verdi dies nicht tut, aber wie gesagt der Einfluss der Gewerkschaften ist doch wohl unbestritten vorhanden und es wird auch versucht, diesen Einfluss auszuspielen. Das geht doch im übrigen bei der Besetzung von Betriebsräten etc. schon los. Hier steckt doch oft mehr politisches Kalkül dahinter als auf den ersten Blick zu erkennen ist. Aber mehr möchte ich dazu nicht sagen, sonst kommen wir auch zu weit vom Thema ab. Vielleicht gibt es ja mal Gelegenheit, dies an anderer Stelle zu diskutieren. Wie gesagt, gestern Abend um 18.30 Uhr hatte ich leider keine Zeit.

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    29th Juni 2009 at 23:29

  5. Nives Bolendorf says:

    Mir scheint, dass hier eine Tatsache übersehen wird, nämlich dass die Gewerkschaft ver.di der einzige, in den aktuellen Tarifverhandlungen anerkannte Verhandlungspartner ist und die Interessen der Angestellten des Sozial- und Erziehungsdienstes vertritt. Das dem so ist, hat die Urabstimmung im April d. J. gezeigt. DAS sollte vorrangig berücksichtig und respektiert werden.

    Es ist sehr bedauerlich, dass sich Erzieherinnen, Sozialpädagogen und Sozialarbeiter auf diesem Wege, mit Hilfe von Arbeitskampfmaßnahmen, Gehör verschaffen müssen!! Dass die Bildung im Kleinkindalter, die Arbeit in Jugendzentren, Behinderteneinrichtungen, Förderstellen u. a., im Vergleich zu vielen anderen europäischen Ländern, in unserem Land so gering geschätzt wird, dass die anerkennenden Maßnahmen noch in den Babyschuhen liegen, und zwar noch nicht einmal annähernd im „Stadium des Laufenlernens“!!
    Als bedauerlich empfinde ich auch die Tatsache, dass den Streikenden und den Fürsprechern, vor allem der Gewerkschaft ein schlechtes Gewissen angelastet wird, und die andere Verhandlungsseite (VKA) unberührt bleibt, mit keinem Letter kritisiert wird!! Vielmehr wird ein winziges Zeichen des „Entgegenkommens“ hochgelobt!!!!
    Und, wer glaubt, dass die Elternschaft (an Stelle der Gewerkschaft) etwas an den Arbeitsumständen verändern lassen kann, der irrt, wenn auch es eine gut gemeinte Geste ist.

    Im übrigen gehören Streiks zu den Grundrechten eines jeden Bürgers in einer Demokratie, und so lange man sich an die gesetzlich festgelegten Richtlinien hält, sind sie zugelassen!!

    Bedauerlich, dass sich hier, bei diesem wichtigen und aktuellen Thema, nicht mehr Interessierte am Austausch beteiligen. Ich hoffe, dass dem nicht die Befürchtung zu Grunde liegt, dass hier über Dritte, ungewollt und ungefragt, persönliche Daten preisgegeben werden könnten…

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    29th Juni 2009 at 18:46

  6. Peter Ließmann says:

    Sehr geehrte Frau Lauterbach,

    ich wollte mich in diesem Forum zu diesem Thema eigentlich nicht mehr äußern, zumal einem hier das Wort im Munde umgedreht wird. Es ist müßig mit jemanden zu diskutieren, der Funktionen nicht trennen kann.

    Bei der Veranstaltung war ich als Privatperson, und als solcher habe ich auch hier einen Kommentar verfasst. Ich kann das auch durchaus trennen (mein täglich Brot) und bin auch z.B. in der Lage jemanden zum Geburtstag zu gratulieren, ohne dass es parteipolitisch gemeint sein könnte. Das allein aufgrund dessen, dass ich nebenbei auch eine politische Funktion in einer anderen Stadt habe, meine Argumente nicht mehr ernst genommen werden, zeigt, dass dieses Forum eine andere Funktion hat. Ich bin der Meinung, dass genau das, was Sie und Frau Braun mir vorwerfen, selbst praktizieren. Auch Frau Braun ist parteipolitisch engagiert, was genau diese Bruchköbeler Info mit ihren Beiträgen deutlich zeigt. Dass auch Sie politische Funktionen wahrnehmen, ist mir ebenfalls bekannt gewesen. Wenn Sie in dieser Eigenschaft ihre Statements abgegeben haben, dann sollen die Leserinnen und Leser dies entsprechend würdigen.

    Zu Ihrem Einwurf zum Thema Datenschutz: Natürlich ist mein Engagement im Internet nachlesbar und selbstverständlich stehe ich auch dazu. Es ist aber deutlich untersagt, Daten Dritter in seinem eigenen Forum weiter zu verbreiten. Es stört mich in diesem Fall besonders, weil das eine mit dem anderen nichts zu tun hat. Wäre ich als SPD-Vertreter aufgetreten, hätte ich es vorher gesagt, insofern hat diese Information nichts mit der Sache zu tun. Die Weitergabe der Daten ist insofern willkürlich und greift in meine ureigenen privaten Belange.

    Noch ein letztes Thema, die Gewerkschaften: Klar, nehmen Gewerkschaften Einfluss auf die Politik und vertreten ihren Standpunkt immer gerne und vorwiegend während der Wahlkämpfe. Auch Sie nutzen doch geeignete Zeitpunkte, um Ihre Ideen publik zu machen, oder? Bei Frau Braun verstehe ich die Haltung gegenüber den Gewerkschaften. Ihre favorisierte Partei propagiert die freie Marktwirtschaft ohne störende Einflüsse, da sind Gewerkschaften der natürliche Gegner. Bei Ihnen verwundert es mich aber, da Sie nun wirklich nicht sagen können, dass Gewerkschaften immer nur auf der Seite einer bestimmten Partei sind. In der Vergangenheit hat (zugegeben häufig) die SPD, zuletzt aber auch die CDU profitiert.

    Zuletzt noch ein Wort: Ich finde diese politische Auseinandersetzung beschämend und sie hat auch nichts mit dem Thema zu tun. Ich würde mir daher wünschen, dass sich nachfolgende Beiträge sachlich mit dem Thema auseinandersetzen.

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    29th Juni 2009 at 19:43

  7. Katja Lauterbach says:

    Hallo Herr Ließmann,

    also auch ein letzter Kommentar von mir, dann sollten wir dieses Hin und Her beenden und uns tatsächlich mal wieder dem Thema widmen, insofern es vielleicht irgendwann mal neue Erkenntnisse zu diesem Thema gibt.

    Ich habe in meinem ersten Kommentar vergeblich die Stelle gesucht, an der ich Ihnen vorwerfe, dass Sie sich nicht als aktiver Kommunalpolitiker zu erkennen gegeben haben. Ich habe mich in meinem Kommentar eigentlich darauf beschränkt, die Rolle der Gewerkschaften und das Verhalten zur Bundestagswahl aus meiner Sichtweise darzustellen. Sie haben dazu eine andere Meinung, das ist auch vollkommen in Ordnung, aber bitte unterstellen Sie mir nicht, dass ich Ihnen irgendetwas vorgeworfen habe.

    Ich habe meine Äußerungen zum Thema Streik übrigens als Privatperson abgegeben und nicht als CDU Mitglied, da ich mir nicht anmaßen würde, ohne Rücksprache mit meiner Fraktion, mich öffentlich zu äußern. Dennoch ist natürlich sehr vielen Leuten bekannt, wo ich politisch stehe und damit eben keine Mißverständnisse auftauchen, habe ich es auch nochmal deutlich geschrieben. Trotzdem sind es Aussagen der Privatperson Katja Lauterbach, andernfalls hätte ich dazu geschrieben, dass ich diese Aussagen im Namen der CDU Bruchköbel tätige. Ich bleibe dabei, dass es für politisch engagierte Menschen nunmal schwierig ist, in manchen Themen den Spagat zwischen Politik und Privat zu schaffen. Eine ähnliche Situation ergab sich jüngst in einem Forum von WKW und auch hier wurde ich unfreiwillig erstmal als „Politikerin“ gesehen und nicht als Privatperson. Sicherlich ist dieses „Problem“ bei einer überschaubaren Stadt wie Bruchköbel noch mehr gegeben, als z.B. in Frankfurt.

    Ansonsten lade ich Sie ein, bei eventuell weiterem Klärungsbedarf, mir eine Mail über meine private Mailadresse zu schicken, da wir tatsächlich zu weit vom Thema abkommen. Ich vermute, dass wir uns vielleicht in Zukunft noch öfter begegnen werden und freue mich auf weitere spannende Diskussionen.
    Gruß Katja Lauterbach

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    29th Juni 2009 at 12:56

  8. Peter Ließmann says:

    Hallo Frau Braun,

    ich habe die Änderung des Kommentars mitbekommen (klar hatte ich nen Tipp bekommen), und möchte meinerseits in diesem Forum „Frieden“ mit Ihnen schließen, auch wenn ich die Auseinandersetzung nicht als „Krieg“ verstanden wissen möchte.

    Sie hatten mich bei der Veranstaltung gefragt, wer ich sei. Ich wollte es Ihnen zu diesem Zeitpunkt nicht sagen, weil es nichts mit meinen Äußerungen zu tun hatte. Dort habe ich mich inhaltlich auch herausgehalten und ledidiglich versucht, die Diskussion auf eine sachliche Ebene zurückzuführen. Insofern schien es mir nicht wichtig, jedem mitzuteilen, warum ein in Ihren Augen „Fremder“ an einer solchen Veranstaltung teilnimmt. Der zweite Grund für mein diesbezügliches Schweigen war schlicht der Ton, wie Sie gefragt hatten, der mir einfach nicht gelegen kam. Immerhin sollte zudem lediglich die Meinung beurteilt werden.

    Frau Braun, seien Sie versichert, dass mich Ihre Haltung grundsätzlich beeindruckt hat und ich sie weitgehend nachvollziehen kann. Ich gehe davon aus, dass wir uns, sollten wir uns wieder einmal begegnen, prima verstehen werden, nun, nachdem Sie mich besser einordnen können. Ich habe nie einen Groll oder Zwist ausgetragen sondern verhielt mich (aus meiner Sicht) wie der Wald, der nur herausgerufen hat.

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    29th Juni 2009 at 14:26

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