Happy Birthday Internet!

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Posted on 7th August 2011 by Sylvia in Medien |Netzpolitik |Veranstaltungen

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tastatur2Ein Beitrag im zdf.hyperland von Daniel Bröckerhoff und einen Artikel im Blog des CDU-Bundestagsabgeordneten Peter Tauber (netterweise aus meinem Wahlkreis) hat mich in den letzten Tag wieder viel über die Generationenfrage im Zusammenhang mit dem Internet nachdenken lassen. Und dann kam auch noch gestern die Meldung vom 20. Geburtstages des Internet (ein schöner Artikel dazu aus der Berliner Zeitung). Ein Gedanke hat mich dabei besonders brschäftigt, die Überlegung, dass die Verständnisprobleme bei Thema Internet nicht zwingend eine Generationenfrage, sondern eine Frage des persönlichen Zugangs zu diesem Mediums ist.

Ich gehöre zu einer Generation, die erst durch Beruf und Studium mit Computern in Kontakt gekommen ist. Ich hatte nie einen C64 und in der Schule (leider) auch keinen der ersten Informatik-Kurse belegt. Als ich aber das erste Mal vom Internet hörte, da wusste ich – dass will ich haben. Keine Ahnung warum, aber die Faszination war für mich wohl vor allen darin begründet, das es mir wie eine Erweiterung des eigenen Horizonts vom heimischen Schreibtisch aus vorkam. So war denn dann auch meine erste aufgerufene Internetseite über ein 33k Modem eine australische Internetseite. Und seit dem hat mich das nicht mehr losgelassen, mit all den technischen Weiterentwicklungen der letzten Jahrzehnte.

Meine Informationsgewohnheiten haben sich seitdem geändert. Gab es früher die Tageszeitung und die Tagesschau, gibt es heute zahlreiche Nachrichtenkanäle. Ich lese auf klassischen Nachrichtenportalen, lese Linktipps aus dem Social Web, schlage bei Wikipedia nach und – ein wesentliche Änderung – werde selbst zum Teil dieses Netzwerkes. Das alles hat sich auch auf meine Wahrnehmung des politischen Geschehens ausgewirkt. Hier verwundert mich es immer wieder, wie wenig doch die Politik die Weiterentwicklung und Veränderung der Gesellschaft durch das Internet in ihre Überlegungen miteinbeziehen. Meine Kinder konnten mit iPhone und iPad umgehen, bevor sie Rechnen und Schreiben lernen, bei Fragen aller Art kommt nicht „Frag doch mal die Maus“, sondern frag doch mal das Internet. Wie wird diese „Generation iPad“ mit dem Informationsüberfluss umgehen? Nur mit dem Schlagwort „Medienkompetenz“ um sich werfen, wird wohl nicht ausreichen, wenn man es nicht mit Leben füllt. Auch die Sicherheit wird ein weitere Bereich werden, der uns immer weiter beschäftigen wird. Und dabei hat ein großer Teil der Politiker noch nicht begriffen, dass man das Netz einfach nicht überwachen kann. Genauso wenig ist das Netz aber ein rechtsfreier Raum. Es hat immer Straftaten gegeben und es wird immer Straftaten geben – das ist eine Tatsache. Die Tatmittel ändern sich, die Mechanismen bleiben die gleichen. Manche Phänomene sind neu, dafür verschwinden andere von der Bildfläche. Das ist der Gang der Zeit. Hier braucht es Politiker, die das verstehen und nicht weiter vor dem Gespenst vom rechtsfreien Raum warnen.

Und da bin ich bei der Vermittlerrolle, die ich mir von dem an diesem Wochenende neu geründeten Verein wie dem Politcamp e.V. (Link folgt in Kürze) erhoffe. Seit dem ersten Politcamp 2009, dass ich eher zufällig besucht habe, bin ich ein Fan der Idee netzpolitische Diskussionen überparteilich zu führen, weil ich überzeugt bin, dass wir durch die gemeinsame Basis mehr erreichen können. breite . Das gilt es weiter zu verfolgen, deshalb möchte ich mich hier weiter engagieren.  Die Mitglieder des Politcamp e.V. sind keine sicher “pseudo-elitäre Truppe”, viele sind wie ich auch keine digitalen Eingeborenen. Und dass ist auch genau das was es braucht, um überall – nicht nur im Netz – Gehör zu finden. Denn wie im Hyperland so schön beschrieben, mit sich lustig machen allein ist es eben nicht getan.

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