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Berufstätige Mutter sucht… « Sylvia Braun

Berufstätige Mutter sucht…

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Posted on 5th Dezember 2011 by Sylvia in Bruchköbel |StaVo

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Uhrwerk_qDie letzte Woche war mal für mich, eine berufstätige Fußballermutter mit diversen Ehrenämtern, mal wieder ernüchternd zum Thema Kinderbetreuung in unserer schönen Stadt Bruchköbel und überhaupt.

Zunächst wurde am Dienstag im Haupt-und Finanzausschuss mein Kita-Platzsharing-Antrag sang und klanglos beerdigt, weil wir angeblich gar kein Hortplatzproblem haben. Und dann hat am Donnerstag der neue Schuldezernent des Main-Kinzig-Kreises, Matthias Zach, dem Traum des Elternbeirates und der Schulleitung der Brückenschule von einer Ganztagsschule an einem Standort eine Absage erteilt.

Aber zunächst zum Ausschuss: Durch die ungewöhnliche Terminierung um 18.30 Uhr hatte ich mangels Kinderbetreuung nicht mal die Möglichkeit, pünktlich zum Ausschuss zu erscheinen. Als ich gegen 19:05 den Stadtverordnetensaal betreten habe, konnte ich nur noch die Abstimmung über meinen Antrag miterleben, die Diskussion zum TOP 5 (!) war vorbei. Und das obwohl im Vorfeld eine Anhörung von Vertretern des GEBs wegen Zeitmangel abgelehnt worden war.

So bleibt mir nur ein Protokoll mit dem vom Bürgermeister verlesenen Bericht zur Hortplatzthematik, über dass ich nachhaltig verärgert bin und zu dem ich viel zu sagen gehabt hätte. Meine Idee war in Kitas in denen die Hortplätze knapp sind, ein Platzsharing anzubieten (siehe Bericht zur StaVo). Das die Knappheit an Plätzen vor allem ein Problem für Kinder der Brückenschule (Roßdorf, Niederissgheim, Brk-Nord) ist, war mir schon klar. Denn hier gibt es einige Mütter, die keinen Platz bekommen haben oder um einen Platz für das nächste Schuljahr bangen. Aktuell sieben freie Plätze in der Kernstadt nutzen da nun mal leider wenig – oder würde die Stadt ein Shuttle-Service einrichten?? Über die Prognosen für die nächsten Jahre lässt sich im Bericht des Bürgermeisters übrigens nichts finden – ist ja auch nicht wichtig, oder?

Interessant auch die Ausführungen zu den vermeintlichen Problemen beim pädagogischen Konzept. Wenn das so problematisch ist, warum gibt es faktisch so viele Kinder in Teilzeit im Hort – bei uns im Hort mehr als ein Drittel? Und will man künftig wegen des pädagogischen Konzeptes zwangsweise die Teilzeitkinder zu Vollzeitkinder machen? Und warum funktioniert das bei offensichtlich bei den krichlichen Trägern?

Die Thematik der Voraussetzungen für die Zuteilung eines Hortplatzes wurde leider gar nicht thematisiert – für mich aber ein Hauptkritikpunkt. Wohl damit  – in den Augen der Stadt  – nicht „Jeder“ mit einem Anspruch kommen kann, muss man als Elternpaar eine Vollzeitstelle und eine Teilzeitstelle mit mindestens 30 Stunden nachweisen. Für Alleinerziehende gelten die 30 Stunden Teilzeit. Keine Mutter mit der ich gesprochen haben – wirklich keine Einzige – hält diese als Untergrenze für realistisch. 30 Stunden arbeiten, möglichst noch mit der entsprechenden Anfahrtszeit, Hausaufgabenkontrolle, Üben für Klausuren, Vereinsaktiviäten der Kinder, der eigene Haushalt und dann noch ein ernährungstechnisch hochwertiges Essen auf den Tisch bringen – der Tag müsste 48 Stunden haben. Oder es bleibt eben etwas auf der Strecke.

Es gibt doch mittlerweile – zum Glück – die unterschiedlichsten Arbeitszeitmodelle, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestalten zu können. Darauf muss sich auch eine Stadt wie Bruchköbel endlich mal umstellen. Denn insbesondere für einen Wiedereinstieg in den Beruf  mit zunächst wenigen Stunden oder auch durch die bewusste Entscheidung, im Job zurück zu stecken, um mehr Zeit für die Kinder zu haben – all das hat seine Daseinsberechtigung. Will man einer Mutter mit einem 20-Stunden-Job tatsächlich erklären, dass das ja eigentlich keinen Wert hat und keiner Unterstützung bedarf? Soll eine Mutter ihren sicheren Arbeistvertrag lösen müssen, weil es keine Betreuungsmöglichkeiten gibt? Ernsthaft?

Wir bauen die U3 Plätze aus, damit die Mütter nach einem Jahr Elterngeld wieder in den Beruf einsteigen können. Theoretisch kann man dann einen Einjährigen von 7 – 17 Uhr in einer Kita unterbringen, wenn das Kind nach 5 Jahren dann eingeschult wird gibt es dann plötzlich keinen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz – für mich ein absolut widersinniger Zustand. Konsequenterweise hätte man einen Betreuungsanspruch von 1 – 10 Jahren gesetzlich verankern müssen, so wären auch die Fördergelder für den Ausbau von Hortplätzen und Ganztagsprojekte an Schule einsetzbar gewesen. Deshalb – vielleicht sollten wir das Problem mal an der Wurzel packen, ich habe da schon ein paar Ideen…Fortsetzung folgt…

Denn auf den Ausbau von Ganztagsschule im Grundschulbereich kann man offesichtlich auch noch länger warten, wie nun am Fall der Brückenschule zu sehen ist. (siehe  „Warum ich mich für einen Ausbau der Brückenschule engagiere“). Wir haben einen Betreuungsverein, wir haben zahlreiche AGs am Nachmittag – nur wir haben keinen Raum um alles an einem Platz anbieten zu können. Der Kreis möchte daran nichts ändern. Der neue Schuldezernet hält das Problem mit den zwei Standorten auch nach einer Begehung vor Ort in der letzten Woche  für ein rein organisatorisches und hört auf die „Stimmen aus der Politik“ die angeblich für die Eltern in Bruchköbel-Nord gesprochen haben. Vielleicht sollte man besser auf die Stimmen der betroffenen Eltern hören?

Aber das Bequeme an der Elternkritik  ist für die Politiker sicherlich, dass es immer ein temporäres Problem ist. Denn Kinder werden groß, andere Eltern müssen sich erst wieder neu in die Problemlage finden, usw. Also ist es einfacher manche Proteste einfach auszusitzen, als endlich etwas zu tun.

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